Was sind Dessous
Worin liegt der Unterschied zwischen Unterwäsche und Dessous?
Der Zweck von Unterwäsche ist schnell zu benennen. Hygiene und Wärme. Aber ist das schon alles? Wenn es nur um diese praktischen Dinge ginge, die durchaus ihre Berechtigung haben, gäbe es keine reizvollen Mieder, neckischen Strings, erotische Tangas, verheißungsvolle Strapse. In jeder Zeitepoche haben es die Frauen verstanden, mit ihrer Unterwäsche zwei Ziele zu verfolgen. Der naheliegende praktische Aspekt war eines davon.
Das andere war und ist, den Körper möglichst reizvoll zu verpacken. Genauso wie die Oberbekleidung ist auch die Unterbekleidung der Mode der jeweiligen Epoche unterworfen und hat sich im Laufe der Jahrhunderte ganz schön verändert. Mal etwas freizügiger, dann wieder wilhelminisch streng, aber immer präsentierten sich die Frauen möglichst verführerisch.
Bis in die Zwanzigerjahre des vorigen Jahrhunderts galt es als besonders erstrebenswert, den Körper in Form zu bringen. Dafür wurde gerafft, gehoben und geschnürt. Dass dabei so manche Dame der Gesellschaft in Ohnmacht fiel, weil die natürliche Taille dem gewünschten Maß nicht entsprach und das Mieder daher zu eng geschnürt war, wurde dabei in Kauf genommen; das Riechfläschchen hat die Dame schon wieder aufgerichtet.
Mit den wilden Zwanzigerjahren begann in mancher Hinsicht eine Revolution, so auch in der Dessousmode. Die Frauen wollten sich nicht mehr in enge, unbeqeme Korsetts zwängen, wollten ihre Figur nicht mehr in eine Form zwingen, die gegen die Natur war.
Die Dessousmode veränderte sich. Was vorher starr und steif war, wurde locker und flatterhaft. Weiche, zarte Materialien wie feine Spitze, Seide, leichte Baumwolle waren nun gefragt. In den Nachkriegsjahren traten dann die Nylonstrümpfe ihren Triumphzug an. Ein Frauenbein in feinstes Nylon gehüllt, mit Naht und hoher Ferse, war (und ist) der Traum vieler Männer.
Auch mit der Strumpfhose wurde der Strapsstrumpf oder der halterlose Strumpf nicht gänzlich verdrängt. Im Alltag tragen viele Frauen lieber Strumpfhosen, der Bequemlichkeit wegen. Aber wenn es darum geht, das Darunter verführerisch zu gestalten, gehören Strümpfe einfach dazu. Gerafft, gehoben und geschnürt wird heute immer noch, jedoch haben Mieder und Korsetts längst nicht mehr den alleinigen Zweck, die Figur in eine Form zu bringen, die sie von Natur aus nicht hat, um irgendwelche gesellschaftlichen Konventionen zu erfüllen.
Vielmehr werden die weiblichen Formen durch schöne Dessous betont und zur Geltung gebracht. Aber nicht nur für fremde Augen soll die Pracht bestimmt sein.
Ein toller Effekt beim Tragen von schöner Wäsche ist, dass sich die Trägerin sexy und begehrenswert fühlt, und dann genau dieses auch ausstrahlt. Es muss nicht immer das aufwändige Korsett sein, das unter dem Pulli getragen wird.
Auch mit alltagstauglicher Wäsche kann man eine gute Figur machen. Ein String unter der Jeans getragen, ein schöner BH oder ein Hemdchen aus einem angenehmen Material heben das Wohlgefühl der Trägerin ungemein.
Warum sollte Frau sich nicht diesen kleinen Luxus gönnen? Und noch ein Wort an die Männer: Frauenaugen sehen ihren Liebsten auch mal gern in schöner Wäsche. ![]()